Meditationskreis der DBHV

 

Wir möchten die 2500-jährige Meditationstradition des Theravada-Buddhismus praktizieren und fortsetzen. 

Dazu treffen wir uns jeden Montag von 19:00 bis 21:00 Uhr in der Adelungstr. 41 in 64283 Darmstadt. Hier eine Orientierungshilfe zum Erreichen der Adelungstr. 41. Die Meditation leitet Gustav Büttner oder auch Dr. Christoph Lübbert. Wenn ein Mönch zu Besuch ist, leitet er die Meditation. 

Es ist jeder / jede willkommen. Wer erstmalig kommen will, kontaktiere am besten vorher 
   Gustav Büttner,
T: +49 (0)6151 3927057, piti.gb@gmx.de oder 
   Dr. C. Lübbert,
T: +49 (0)6151 422298, info@dbhv.de

Die Teilnahme an der Meditation ist kostenlos; über eine Spende zur Abdeckung der Raummiete freuen wir uns.

Wir meditieren nach folgenden Methoden:

  • Atembetrachtung (Anapanasati)
  • Einsichtsmeditation (Vipassana)
  • Gehmeditation (Cankamana)
  • Liebende Güte (Metta)

Meditationsabend im Nov.2014 mit Bhante Panyarakkhita aus Mahabodhi Tawang in Arunachal Pradesh

Über unsere Theravada-Meditation

Das letztendliche und höchste Ziel der buddhistischen Theravada-Meditation ist die vollkommene Leidbefreiung (nibbana). Das geschieht nach vollkommener Überwindung von Gier (p: dosa), Hass (p: lobha) und Verblendung (p: avijja). Rechte Achtsamkeit (p: sati) ist die unbedingte Voraussetzung dieses Ziel zu erreichen.

Atembetrachtung - Anapanasati

Ziel ist Stille, Einsicht und Klarblick. "Stille" heißt: Aufkommende Gedanken fahren vorbei, ohne dass man sich in sie verwickelt -- bis sie schließlich ganz verschwinden: Dann ist man "still". Ein so beruhigter Geist ist in der Lage, objektiv klar zu sehen. Beim Atem bleiben bringt Ruhe. Den Atem (und damit auch die "Ich-und-Mein"-Vorstellung) als unbeständig / prozesshaft erkennen bringt Einsicht.
Vorgehen: Die Konzentration ist auf das Ein- und Ausatmen, spürbar an der Nasenspitze oder durch das Heben und Senken des Bauches, gelenkt. Man beobachtet nur den Atem, ohne ihn beeinflussen zu wollen; sonst nichts anderes. Gedankenfetzen, die unwillkürlich aufkommern, versuche man nicht zu unterdrücken, sondern man "lässt sie vorbei gleiten" und wendet sich wieder dem Atem zu. Die Konzentration wird damit "einspitzig" (wie man sagt). Der Schlüssel zu dieser Art Meditation ist die "Achtsamkeit" (p: sati) in Form reiner Beobachtung: Die Emotionen und Gedankenfetzen werden nur "beobachtet", ohne dass man sich genauer mit ihnen beschäftigt oder auf sie mental reagiert, sondern man "registriert" sie nur -- und lässt sie fahren. Dass diese Methode in der Tat unglaublich wirksam und beruhigend ist, merkt man erst nach vielfacher Übung! Damit kann man "Stille" tatsächlich mit der Zeit "lernen"! Stille aber ist die unbedingt notwendige Voraussetzung zu allen weitergehenden Einsichten, die man z.B. in der Vipassana-Meditation (siehe unten) erfährt.

* Es gibt viele Varianten des Anapanasati, um in die Stille zu kommen. Eine davon ist das, was Christoph schlicht "Kanalreinigung" nennt. Der/die Meditierende sieht sich an als einen "Kanal" (und weniger als "Ich"), durch den die Mettâ-Energie fließen kann. Mettâ-Energie ist überall und reichlich vorhanden; man braucht sie nicht aus "sich selbst" zu "produzieren"; man muss sich ihr nur öffnen. Die Sitzhaltung und die Wirbelsäule (der "Kanal") sind so gerade und aufrecht als möglich. Dazu "tut" man etwas Bestimmtes, so dass aufkommende Gedankenfetzen gar keine Chance mehr haben, weitergesponnen zu werden, weil man anderweitig beschäftigt ist.
Das geht so: Beim Einatmen zieht man die Energie vom Boden über die Beine ins Gesäß, beim Ausatmen drückt man sie ein bisschen die Wirbelsäule hoch. Zuerst etwa in Nabehöhe, und am Ende der Ausatmung entlässt man sie durch den Nabel. Das wiederholt man zum Beispiel 4 mal. Beim nächsten Zyklus zieht man die Energie mit dem Einatmen wieder vom Boden über die Beine ins Gesäß ein, und beim Ausatmen drückt man sie entlang der Wirbelsäule bis in Höhe des Solarplexus (des Magens) und entlässt sie dort -- wieder 4 mal. Beim nächsten Zyklus ... bis in Herzhöhe -- 4 mal. Beim nächsten Zyklus ... bis in Kehlenhöhe -- 4 mal. Beim nächsten Zyklus ... bis in Stirnhöhe -- 4 mal. Man spürt dann eventuell schon eine starke Beruhigung. Beim letzten Zyklus ... bis in Scheitelhöhe -- 4 mal: Wenn man es schafft, dass die Energie nicht im Kopf bleibt, sondern durch den Scheitel nach oben ins Freie stößt, tritt möglicherweise schon richtige Stille ein: Der "Kanal" fängt an, ganz gereinigt zu werden. Wenn nicht, dann ärgert man sich nicht, sondern fängt von wieder vorne mit dem ersten Zyklus an. Und so weiter -- alles etwa 1 Stunde lang. Das Entlassen der Energie nach außen an den beschriebenen Stellen bewirkt eine Entspannung und oft auch ein Wohlgefühl -- und ein Zunehmen der Stille. Das größte Wohlgefühl, das sich bis zu einem inneren "Triumph" steigern kann, ist, wenn die Energie durch den Scheitel entweicht. Entweicht sie dort wirklich spürbar und bleibt nicht im Kopf,  so ist es, als wenn oben ein Deckel aufgeht, und die Stille wird vollkommen sein: Von Gedankenfetzen KEINE SPUR MEHR; SIE SIND WEG, und man braucht auch nichts mehr zu "tun". --- Und dann, in dieser absoluten Stille, ist es eventuell sogar möglich eine "Einsicht" zu haben wie bei Vipassana; sie kommt ganz von selbst.

Einsichtsmeditation - Vipassana

"Vipassana" (ein Wort des späten Pâli, vielleicht ~ 600 Jahre nach Buddha) heißt auf deutsch etwa "Klarblick". Das Ziel der Einsichtsmeditation ist das intuitive Erkennen der drei Daseinsmerkmale: Vergänglichkeit, Unbeständigkeit und der Substanzlosigkeit aller Daseinsphänomene -- einschließlich des hartnäckigen Phänomens meiner "Ich-und-Mein"-Vorstellung, sowie das Beseitigen von Unreinheiten, die sich in unserem Unterbewusstsein befinden und Leiden (p.: dukkha) verursachen.

"Einsicht" kann man dabei nicht erzwingen; man muss nur dazu bereit sein. Die Einsichtsmeditation beginnt genauso wie irgendeine Variante des Anapanasati. Sie bleibt aber nicht beim Erreichen der "Stille" stehen, sondern nach erreichen der Stille lenkt man seinen Geist bewusst auf eine der Grundtatsachen, die der Buddha uns gelehrt hat, insbesondere: Vergänglichkeit, Unbeständigkeit und Substanzlosigkeit aller Daseinsphänomene. Diese werden durch den Atem selbst symbolisiert und durch den Atemprozess konkret erfahren. "Einsicht" tritt dann ein, wenn man Vergänglichkeit, Unbeständigkeit und Substanzlosigkeit aller "Dinge" nicht mehr als negative Eigenschaften des Lebens auffasst, sondern es als tiefes "Glück" empfindet, dass man jene "Vergänglichkeit", "Unbeständigkeit" und der "Substanzlosigkeit" aller Dinge -- und zwar einschließlich der Substanzlosigkeit des "Dinges" der eigenen Ich-und-Mein-Vorstellung -- voll "verstanden" hat. Dieses "Glück" hat nichts mehr zu tun mit der Befriedigung eines ich-bezogenen Wunsches oder der Erlangung eines ich-bezogenen Erfolges, sondern es ist identisch mit der Einsicht in die so genannte "Wirklichkeit", die Buddha immer wieder betont hat.
"Vipassana" (=Klarblick) kommt selten von selbst. Man muss die Bereitschaft dazu lange üben! Deswegen versuchen wir sie in unseren Meditationen immer und immer wieder. Manchmal kommt die "Einsicht" / der "Klarblick" dann blitzartig. -- Wenn sie wieder verschwindet (das tut sie meist bald), muss man nicht verdrießlich oder enttäuscht sein: Man fange das nächste Mal wieder von vorne an.

* Auch zur Einsichtsmeditation (vipassana) gibt es viele Varianten. Christoph praktiziert im Meditationskreis manchmal folgende vipassana-Variante, welche die Atemübung (p: anapanasati) mit den 8 Komponenten des Achtfachen Pfades (p: atthangika magga) verknüpft (das ist der praktische, 4-te Teil der sog. "Vier Edlen Wahrheiten"  = das Grundkonzept des Dhamma). Die Übung macht nur Sinn, wenn man vorher die Bedeutungen der 8 Komponenten des atthangika magga schon länger in etwa verinnerlicht hat. Außerdem ist es ratsam, die Übung im Anschluss an die sog. "Kanalreinigung" (siehe oben) zu machen, in der man möglichst vollkommene Stille erlangt hat; denn nur in der Stille ist es möglich, zu "Einsichten" (= vipassana) zu kommen.
Vorgehen:
(1) Im ersten Zyklus lasse man mit dem Einatmen die "Mettâ-Energie" (sie ist überall und reichlich vorhanden) in den Kopfscheitel eintreten und verbinde sie beim Ausatmen mit Samma ditthi (= "Rechtes Wissen"), das tue man z.B. 4-mal.
(2) Im 2-ten Zyklus lasse man mit dem Einatmen die Energie an der Stirn zwischen den Augenbrauen eintreten und verbinde sie beim Ausatmen mit Samma sankappa (= Rechte Gesinnung / Rechtes Denken), wieder 4-mal.
(3) Im 3-ten Zyklus lasse man mit dem Einatmen die Energie am Mund eintreten und verbinde sie beim Ausatmen mit Sammâ vâcâ (= Rechte Rede / Rechte Kommunikationsweise), wieder 4-mal.
(4) Im 4-ten Zyklus lasse man mit dem Einatmen die Energie an der Kehle eintreten und verbinde sie beim Ausatmen mit Sammâ kammtata (= Rechte Absicht / Rechtes  Tun), wieder 4-mal.
(5) Im 5-ten Zyklus lasse man mit dem Einatmen die Energie in der Brustmitte in Herzhöhe eintreten und verbinde sie beim Ausatmen mit Sammâ âjiva (= Rechter Lebensunterhalt), wieder 4-mal.
(6) Im 6-ten Zyklus lasse man mit dem Einatmen die Energie am Solarplexus (Magehöhe) eintreten und verbinde sie beim Ausatmen mit Sammâ vâyâma (= Rechte Anstrengung), wieder 4-mal.
(7) Im 7-ten Zyklus lasse man mit dem Einatmen die Energie etwas unterhalb des Nabels eintreten und verbinde sie beim Ausatmen mit Sammâ satî (= Rechte Achtsamkeit), wieder 4-mal.
(8) Im 8-ten Zyklus lasse man mit dem Einatmen die Energie in das Gesäß eintreten und verbinde sie beim Ausatmen mit Sammâ samâdhi (= Rechte Sammlung /Konzentration), wieder 4-mal.
Eventuell wiederholt man die 8 Zyklen in derselben Sitzung mehrfach.
Diese Übung ist erst einmal dazu da, den Achtfachen Pfad (p: atthangika magga) nicht nur rein intellektuell zu akzeptieren, sondern ihn mit dem Körper zu verbinden. "Einsicht" (= vipassana) stellt sich bei dieser Übung anfänglich noch nicht ein. Man muss lange üben: Alle 5 Aggregate (p: pañca kkhandha) unserer temporären "körperlich-geistigen empirischen Person" müssen bereits auf die Weisheit des Achtfachen Pfades "eingeschwungen" sein! Dann kann eine "Einsicht" an irgendeinem der 8 Zyklen plötzlich eintreten: Man hat die betreffende Komponente des 8-Pfades dann "voll verstanden" (p: sammâ ditthi). Dieses Verstehen kann (nachträglich) nicht mehr in Worte gefasst werden, aber es wird sich auf die "Realisierung" aller 8 Komponenten in unserem gewöhnlichen Leben auswirken.

Gehmeditation - Cankamana

Das Ziel ist das gleiche wie in der Atembetrachtung. Man achtet - stets wieder im Einklang mit dem Atem - nur auf die Bewegung des Gehens. 
Vorgehen: Die Achtsamkeit wird auf die einzelnen Bewegungen des Fußes beim langsamen Gehen gerichtet, wobei man sich auf den Fuß konzentriert, der gerade in Bewegung ist, und dem jeweiligen "Standfuß" sozusagen die "Verantwortung" für die Aufrechterhaltung des Körpers übergibt; dabei ist Entspanntsein des ganzen Körpers wichtig (sonst gerät man ins Umfallen)! Mit der Bewegung des zweiten Fußes wird erst dann begonnen, wenn die Bewegung des ersten Fußes abgeschlossen ist -- so zusagen "Wechsel der Verantwortung". Die Augen sind geöffnet. Der Blick ist dabei 2-3 m vor die Füße gerichtet; (wäre er näher an den Füßen, so würde das eventuell zu Balanceproblemen führen). Die Hände sind dabei auf dem Rücken in einer "Achtsamkeitshaltung" zusammengelegt. Kommen Gedankenfetzen auf, so bleibe man für einen Moment stehen, bis sie vorüber sind, und wende sich wieder dem Gehen zu. Die Gehmeditation ist eine körperlich erholsame Abwechslung zu den vor- oder nachher ausgeführten Sitzmeditationen.

Liebende-Güte-Meditation - Mettâ

Das Ziel dieser Meditation besteht darin, Mitgefühl und Wohlwollen gegenüber allen Lebewesen zu entwickeln. Über Mitgefühl können wir "Hass" (p.: dosa) und "Gier" (p.: lobha) -- die Hauptkomponenten der unreflektierten "Ich-und Mein"-Vorstellung -- überwinden, wodurch wir inneren Frieden erlangen und auch der Umgang mit unseren Mitmenschen leichter wird.

Vorgehen: Ein liebendes Gefühl sich selbst gegenüber entwickeln. Sich selbst Glück, Frieden im Herzen, Gesundheit, Weisheit und Erleuchtung wünschen. Dieses liebende Gefühl mit den genannten Attributen breitet man dann systematisch aus: zuerst auf uns nahe stehende Personen, dann auf Freunde und Bekannte, auf die Einwohner der Stadt, in der man lebt; ebenso werden die Menschen, mit denen man im täglichen Leben Schwierigkeiten hat, mit einbezogen. Die Liebende-Güte Übung führt man fort bis hin zu allen Menschen und auch den Tieren und Pflanzen dieser Erde.

Abschluss: Die fünf täglichen Betrachtungen

Die Meditationssitzung schließt Gustav meist ab mit den "Fünf Täglichen Betrachtungen" (hier eine Version zum Download). Sie führen uns die Vergänglichkeit unserer "empirischen Person" vor Augen und weisen darauf hin, dass "wir" die Erben unserer Taten und Tatabsichten (p: kamma) sind. Sie klingen auf den ersten Blick "pessimistisch", aber sie sind nur realistisch und fassen nur kurz die Umstände des dauernd in Veränderung befindlichen "Samsara" zusammen und hinterlassen daher, wenn man sie wirklich und immer wieder kontempliert, einen fast heilsamen Eindruck in unserem "Gemüt", der unsere gewohnheitsmäßige "Ich-und-Mein-Vorstellung" und unseren "Wunsch nach Permanenz" relativiert und zur Gelassenheit (p: upekkhâ) führen kann.

Noten von Gustav Büttner, die nach einer Meditationssitzung besprochen werden

Seit 2016 pflegt Gustav nach einer Sitzung verschiedene Themen zu besprechen, die zur Montagsmeditation passen.
Die acht Kapitel werden (ab Mai 2017) nach und nach mit PDF-Dateien gefüllt, die hier nachgelesen oder heruntergeladen werden können.

1 Begrüßung und Einführung

    Begrüßung 01-00 

2 Verehrung der drei Juwelen

    Verehrung 01-00

3 Liebende Güte

    Liebende Güte 01-00

4 Praxis Vipassana Meditation

    Einführung 01-00

 

5 Achtsamkeit

    Achtsamkeit 01-00 , Achtsamkeit 03-00

6 Benennen

     Benennen 01-00 , Benennen 02-00 , Sinneskontakt 01-00 , Sinneskontakt 02-00 ,
     Sinneskontakt 05-00 , Achtsamkeit 04-00

7 Gehmeditation

    Gehmeditation 01-00 , Gehmeditation 02-00 , Gehmeditation 03-00 

8 Betrachtungen

 

 

 

 

 

Meditation mit Bhante Ananda

Wenn unser verehrter Freund Bhante Ananda (Mahabodhi Society) im Raum Darmstadt weilt, hält er oft auch ein ein- oder mehrtägiges Meditations-Retreat ab. Ein solches besonderes Ereignis geben wir dann auf der Seite "Nachrichten" bekannt.

Aktuelles: Bhante Ananda wird vom 27.10. bis 05.11. 2016 im Raum Darmstadt sein. Genaueres dazu auf der Seite "Nachrichten" .