Deutsch-Buddhistische Humanitäre Vereinigung e.V.

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Meditationskreis der DBHV

Wir praktizieren die 2500-jährige Meditationstradition des Theravada-Buddhismus. Dazu treffen wir uns jeden Montag von 19:00 bis 21:00 Uhr in der Adelungstr. 41 in 64283 Darmstadt. Hier eine Orientierungshilfe. Es gibt keinen dedizierten "Meditationsleiter": Die Meditation führt je nach Absprache Gustav Büttner oder Dr. Christoph Lübbert oder auch eine andere Person.

Wenn ein Mönch / eine Nonne zu Besuch ist, führt er / sie die Meditation.

Jede / jeder ist willkommen. Wer erstmalig kommen will, kontaktiere am besten vorher  Dr. C. Lübbert, T:  06151-42 22 98, info@dbhv.de, oder Birgit Varga-Fichtner, Handy: 0160-90 24 7434. Die Teilnahme an der Meditation ist kostenlos; über eine Spende zur Abdeckung der Raummiete freuen wir uns. Wir sind auf Raummiete-Spenden angewiesen!

Meditationsabend im Nov.2014 mit Bhante Panyarakkhita (Mitte) aus Mahabodhi Tawang in Arunachal Pradesh
© Gustav Büttner

Über unsere Theravada-Meditation

Wir meditieren nach folgenden Methoden:

Das letztendliche und höchste Ziel der buddhistischen Theravada-Meditation ist die vollkommene Leidbefreiung (nibbana). Das geschieht nach vollkommener Überwindung von Gier (p: lobha), Hass (p: dosa) und Verblendung (p: avijja, moha) -- ein langer Weg und ein recht hohes Ziel! Rechte Achtsamkeit (p: sati) ist die unbedingte Voraussetzung beim Versuch, dieses Ziel zu erreichen.

Liebende-Güte-Kontemplation - Mettâ

Mit dieser Übung beginnen wir meist die Meditation. Das Ziel besteht darin, Wohlwollen (p: mettâ) und Mitgefühl (p: karuna) gegenüber allen Lebewesen zu entwickeln. Über Mitgefühl können wir "Hass" (p: dosa) und "Gier" (p: lobha) -- die im "Begehren" (p: tanhâ) wurzelnden Hauptkomponenten der unreflektierten "Ich-und Mein"-Vorstellung (p: attâ) -- überwinden, wodurch wir inneren Frieden erlangen, und der Umgang mit unseren Mitmenschen leichter wird.

Vorgehen:
- Zunächst entwickelt man ein wohlwollendes Gefühl sich selbst gegenüber: Sich selbst Glück, Frieden im Herzen, Gesundheit und Weisheit wünschen. Dass man bei sich selbst beginnt, hat nichts mit "Egoismus" zu tun, sondern mit der Tatsache, dass man erst dann anderen freundlich und mitfühlend begegnen kann, wenn man mit sich selbst im Reinen ist. Das Wohlwollen und Mitfühlen breitet man dann weiter aus:
- Auf uns sehr nahe stehende Personen,
- dann auf Freunde und Bekannte, auf die Einwohner der Stadt, in der man lebt.
- Ebenso werden die Menschen, mit denen man im täglichen Leben Schwierigkeiten hat, mit einbezogen.
- Die Liebende-Güte-Übung führt man fort bis hin zu allen Menschen und auch den Tieren und Pflanzen dieser Erde. Mettâ durchzieht eigentlich jegliche Meditationsübung. Daher beginnen unsere Sitzungen mit der Metta-Kontemplation.

Atembetrachtung - Anapanasati

Ziel ist Stille, Einsicht und Klarblick. "Stille" heißt: Aufkommende Gedanken fahren vorbei, ohne dass man sich in sie verwickelt -- bis sie schließlich ganz verschwinden: Dann ist man "still". Ein so beruhigter Geist ist in der Lage, objektiv klar zu sehen. Beim Atem bleiben bringt Ruhe. Den Atem (und damit auch die "Ich-und-Mein"-Vorstellung) als unbeständig / prozesshaft erkennen bringt Einsicht.

Vorgehen:
Die Konzentration ist auf das Ein- und Ausatmen, spürbar an der Nasenspitze oder durch das Heben und Senken des Bauches, gelenkt. Man beobachtet nur den Atem, ohne ihn beeinflussen zu wollen; sonst nichts anderes. Gedanken- oder Emotions-Fetzen, die unwillkürlich aufkommen, versuche man nicht zu unterdrücken, sondern man registriert sie achtsam ohne sie einfach "wegzuschieben" und lässt sie freundlich los und wendet sich wieder dem Atem zu. Die Konzentration auf den Atem wird damit "einspitzig" (wie man sagt). Der Schlüssel zu dieser Art Meditation ist die "Achtsamkeit" (p: sati) in Form reiner Beobachtung: Die Emotionen- und Gedanken-Fetzen werden nur "beobachtet", ohne dass man sich genauer mit ihnen beschäftigt oder auf sie mental reagiert, sondern man "registriert" sie nur -- und lässt sie freundlich fahren. Dass diese Methode in der Tat unglaublich wirksam und beruhigend ist, merkt man erst nach vielfacher Übung! Damit kann man "Stille" tatsächlich mit der Zeit "lernen"! Stille aber ist die unbedingt notwendige Voraussetzung zu allen weitergehenden Einsichten, die man in der Vipassana-Meditation (Entwicklung des "klaren Blicks") erfährt.

Gehmeditation - Cankamana

Das Ziel ist das gleiche wie in der Atembetrachtung. Man achtet - stets wieder im Einklang mit dem Atem - nur auf die Bewegung des Gehens. Das ist eine entspannende Übung zwischen den Sitzmeditationen.

Vorgehen:
Die Achtsamkeit wird auf die einzelnen Bewegungen des Fußes beim langsamen Gehen gerichtet, wobei man sich auf den Fuß konzentriert, der gerade in Bewegung ist, und dem jeweiligen "Standfuß" sozusagen die "Verantwortung" für die Aufrechterhaltung des Körpers übergibt; dabei ist Entspanntsein des ganzen Körpers wichtig (sonst gerät man ins Umfallen)! Mit der Bewegung des zweiten Fußes wird erst dann begonnen, wenn die Bewegung des ersten Fußes abgeschlossen ist -- so zusagen "Wechsel der Verantwortung". Die Augen sind geöffnet. Der Blick ist dabei etwa 3 m vor die Füße gerichtet;
(wäre er näher an den Füßen, so würde das eventuell zu Balanceproblemen führen). Die Hände sind dabei auf dem Rücken in einer "Achtsamkeitshaltung" zusammengelegt (Zeigefinger und Daumen der mit der anderen gehaltenen Hand berühren sich). Kommen Gedankenfetzen auf, so bleibe man für einen Moment stehen, bis sie vorüber sind, und wende sich wieder dem Gehen zu.

Abschluss: Die fünf täglichen Betrachtungen

Die Meditationssitzung schließt oft ab mit den "Fünf Täglichen Betrachtungen" (hier eine Version von Gustav Büttner zum Download). Sie führen uns die Vergänglichkeit unserer "empirischen Person" (p: nâma-rûpa) vor Augen und weisen darauf hin, dass "wir" die Erben "unserer" Taten und Tatabsichten (p: kamma) sind. Sie klingen auf den ersten Blick "pessimistisch", aber sie sind nur realistisch und fassen nur kurz die Umstände des dauernd in Veränderung (p: aniccâ) befindlichen "Samsara" zusammen und hinterlassen daher, wenn man sie wirklich und immer wieder kontempliert, einen fast heilsamen Eindruck in unserem "Gemüt" (p: citta), der unsere gewohnheitsmäßige "Ich-und-Mein-Vorstellung" und unseren "Wunsch nach Permanenz" (p: attâ) relativiert und zur Gelassenheit (p: upekkhâ) führen kann.

Meditation mit Bhante Ananda

Wenn unser verehrter Freund Bhante Ananda (oder ein anderer Mönch von Mahabodhi Society) im Raum Darmstadt weilt, hält er oft auch ein ein- oder mehrtägiges Meditations-Retreat ab. Ein solches besonderes Ereignis geben wir dann auf der Seite Nachrichten bekannt.

Bhante Ananda